Rumänien-Hilfe

Die Bad Windsheimer Samariter engagieren sich in Osteuropa

Sabin Bran-Craciun hat heute einen vollen Terminkalender. Am Rande der rumänischen Großstadt Brașov (deutsch: Kronstadt) besucht er zunächst einen Kindergarten und danach einen Betrieb. Seine Aufgabe ist jeweils dieselbe: Er will sowohl den Kindern als auch den Arbeitern Grundkenntnisse in Erster Hilfe vermitteln.

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Erste Hilfe ist kinderleicht: Sabin Bran-Craciun (links) und Erich Matthis (rechts) zeigen dem Nachwuchs, wie es geht. © F. Zanettini

Sabin selbst hat sich sein Erste-Hilfe-Wissen beim ASB Bad Windsheim angeeignet: Schon mehrfach war er im Rahmen des „Junior First Responder“-Projekts in Mittelfranken. Neben ihm haben sich seit Beginn des Projekts im Jahr 2001 rund 500 weitere Jugendliche aus Rumänien in Bad Windsheim zu Ersthelfern ausbilden lassen.

Sabin wird als Ausbilder einen wichtigen Beitrag zur künftigen Arbeit des ASB Brașov leisten. Denn ab Ende 2014 will man hier in vielen Kindergärten und Betrieben Kurse abhalten. In der Region Brașov haben sich rund 800 deutsche Firmen angesiedelt – die langjährige Beziehung zu den Bad Windsheimer Samaritern wird dem örtlichen ASB dabei die eine oder andere Türe öffnen. „Wir arbeiten in Brașov mit dem Deutschen Wirtschaftsklub zusammen“, sagt Erich Matthis vom ASB Bad Windsheim. „Und auch die hiesigen Rotarier gehören zu den langjährigen Förderern unseres Jugendprojekts.“ Mit dem Bereich Erste Hilfe wolle man die Tradition des deutschen ASB nach Rumänien weitertragen.

„Die bisherigen Erste-Hilfe-Kurse in Rumänien vermitteln eigentlich nur die Theorie“, sagt Sabin Bran-Craciun. Praxis werde weitgehend außen vor gelassen. „Wir möchten das natürlich anders machen und das Wissen realitätsnah und spielerisch vermitteln.“ Im Kindergarten werden Pflaster ausgegeben, die sich die Kinder in lebhaften Fallbeispielen gegenseitig anbringen können. Und im Betrieb werden Arbeitsunfälle nachgestellt, bei denen unter anderem Kopfverbände und Rettungsfolien zum Einsatz kommen.  

Die Partnerschaft hat zudem einen weiteren Effekt: „Viele der rumänischen Jugendlichen, die zu Gast in Bad Windsheim waren, haben medizinische Ausbildungen oder Berufe ergriffen“, sagt Dr. Cristian Vintilescu, Vorsitzender des ASB Rumänien. „Bei einigen von ihnen wurde eindeutig in Deutschland der Grundstock dazu gelegt.“ Und da in dem osteuropäischen Land Medizinermangel herrsche, könne man das gar nicht hoch genug einschätzen.