Stimmen und Stimmungen

Gefüllte Paprika, Astern und ein gut gelaunter Bürgermeister

Bundesminister, Landrat, Bürgermeister, ASB-Prominenz – bei der Eröffnung des Seniorenzentrums „LichtBlick“ fielen viele lobende Worte über den freundlichen Neubau an der Gartenstraße. Dennoch: Das denkbar größte Kompliment für das Heim hatte Tamia Bouchard parat. „Hier würde ich liebend gerne selber einziehen“, sagte die 14-Jährige.

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Sie kramen in alten Erinnerungen...

Tamia war zum Tag der offenen Tür gekommen, um sich den Arbeitsplatz ihrer Mutter Claudine aus der Nähe zu betrachten. Denn Claudine Bouchard absolviert hier im LichtBlick ihre Ausbildung zur Fachkraft für Altenpflege. „Ich habe früher als Arzthelferin gearbeitet“, sagt die 34-Jährige. „Aber diese Arbeit war geprägt von viel Administrativem und wenig Kontakt zu den Menschen.“ Die Tätigkeit im Seniorenzentrum sei da schon etwas ganz anderes: „Neben dem Waschen, der Pflege und der Betreuung der Bewohner bleibt auch immer ausreichend Zeit für Einzelgespräche. Das ist mir auch ungeheuer wichtig, denn bei einem Spaziergang kann man sich prima austauschen. Ich weiß viel über das Leben der Bewohner und sie wissen viel über mein Leben – so soll es doch sein.“

Alles außer Presssack

Claudine Bouchard widmet sich gemeinsam mit Katharina Krause deren Hochzeitsfotos. Die 89-Jährige hat die Wände ihres Zimmers mit Fotografien geschmückt; an der Zimmertür hängt zudem ein Astern-Bild. „Meine Lieblingsblumen“, sagt Katharina Krause. Im Seniorenzentrum fühle sie sich rundum wohl – auch das Essen weiß sie zu schätzen. „Ich esse alles außer Presssack, denn da
sind Schweinsohren drin“, lacht sie.

Doch nicht nur die Zimmer können ganz nach den Vorstellungen der Bewohner eingerichtet werden, auch in den lichtdurchfluteten Gängen finden sich immer wieder persönliche Gegenstände wieder. Ob nun eine Werkbank, ein historisches Schränkchen oder das gemütliche Sofa von Katharina Krause – Hausmeister Maximilian Übler hat alles gebührend in Szene gerückt. Hinzu kommen viele Utensilien aus alter Zeit wie etwa Waschbretter oder Küchengeräte – diese werden im Rahmen der Erinnerungsarbeit eingesetzt.

Spezi von der Nachtschwester

Claudine Bouchard und ihre Kolleginnen haben für alle Bewohnerinnen und Bewohner stets ein offenes Ohr. Natürlich auch für jene, die nur für einige Wochen zur Kurzzeitpflege in der Einrichtung sind. So wie Elsa Geuder. Die 77-Jährige kommt aus Großharbach, einem Ortsteil von Adelshofen. „Ich bin froh, hier im nahen Burgbernheim untergekommen zu sein“, sagt sie. An der Einrichtung schätzt sie das freundliche Personal, das helle und große Badezimmer sowie das gute Essen. „Ob gefüllte Paprika, Sauerbraten oder Rouladen – bislang
hat mir immer alles geschmeckt“, so Elsa Geuder. Von der Nachtschwester habe sie gegen Unterzuckerung auch mal spontan eine Spezi sowie ein Schwarzbrot mit Marmelade erhalten.

Die agile 77-Jährige beteiligt sich an nahezu allen Angeboten: Fußpflege, Ball- oder Würfelspiel sowie gemeinsames Singen. Das bevorzugte Lied dabei: der Klassiker „Hoch auf dem gelben Wagen“. Elsa Geuder freut sich zudem immer, wenn sie den stets gut gelaunten Bürgermeister Matthias Schwarz im Seniorenzentrum trifft: „Meine Tochter Heidrun arbeitet beim Bürgermeister im Vorzimmer. Sie ist also immer nur einen Steinwurf von mir entfernt.“

„Hier bin ich Teil eines jungen Teams. Wir lachen sehr viel und haben Freude an unserer täglichen Arbeit“, sagt Claudine Bouchard. Nur ihre Tochter Tamia, die muss noch einige Jahrzehnte warten, bis auch sie hier in Burgbernheim einziehen könnte…